Schulgartenwettbewerb – Der bienen- und wildinsektenfreundlichste Schulgarten in Thüringen – Der Projektschluss wurde um eine Woche (zum 27.09.2015) verlängert

Aufruf zum Wettbewerb
„Was Hänschen nicht lernt…“ – getreu diesem alten Sprichwort startet der Förderverein im Juni den Wettbewerb „Der bienen- und wildinsektenfreundlichste Schulgarten in Thüringen“. Nach den Sommerferien wird eine Fachjury die hoffentlich zahlreichen Bewerbungen auswerten und die Schulgärten auswählen, die durch eine gezielte Pflanzenauswahl Bienen und Wildinsekten auch in den Sommer- und Herbstmonaten noch Nektar und Pollen liefern.
Auch für dieses Projekt konnten wir mit der Stiftung Naturschutz, dem Thüringer Ökoherz e.V., der Naturstiftung DAVID und dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz Partner gewinnen. Die regionalen Imkervereine werden gebeten, diesen Wettbewerb zu unterstützen.
Ministerin Anja Siegesmund hat es auf den Punkt gebracht: Während in den Frühjahrsmonaten vor allem durch die ausgedehnten Rapsfelder und die Obstbaumblüte Bienen und Wildinsekten einen reich gedeckten Tisch vorfinden, werden Nektar und Pollen ab dem Sommer knapp. Imker, die den Honig ihrer Bienen „ernten“, müssen diese dann mit Zucker auffüttern. Diese einseitige Ernährung der Bienen mit einem Industrieprodukt anstatt mit natürlicher Nahrung, die reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ist, schwächt das Immunsystem der Bienen und ist möglicherweise ein Grund für deren hohe Krankheitsanfälligkeit. Ähnlich ergeht es den Wildinsekten, die nicht nur unter Nahrungsmangel leiden, sondern denen in unserer aus- und aufgeräumten Landschaft Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten fehlen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Züchtung bei den Gartenpflanzen den Kundenwünschen entsprechend auf voluminöse, gefüllte Blüten gesetzt hat. Dies ging zu Lasten von Pollen und Nektar. Das bedeutet, dass ein Garten im Sommer und Herbst zwar toll blühen kann, für Bienen und Wildinsekten jedoch keine Nahrung bietet.

Der Aufruf an die Schulen
Der Flyer
Medieninformation

Warum ein Wettbewerb zum bienen- und wildinsektenfreundlichsten Schulgarten?
In der Umwelt-, Verbraucherschutz- und Ernährungsbildung hat es sich längst herumgesprochen: Aufgeklärte Kinder und Jugendliche haben einen großen Einfluss auf ihre Eltern. Ob Mülltrennung, Wasser- und Energiesparen oder gesunde Ernährung – oft sind es die jungen Familienmitglieder, die zuhause die entscheidenden Akzente setzen und ihren Eltern nicht mehr alle „Sünden“ durchgehen lassen. Getreu diesen Erfahrungen will das Projekt die in Thüringen an den Grund- und vielen Freien Schulen vorhandenen Schulgärten dazu nutzen, um auf die Probleme des unzureichenden Nahrungsangebotes für unsere Pflanzenbestäuber in der Öffentlichkeit hinzuweisen.
Der Wettbewerb „Der wildinsekten- und bienenfreundlichste Schulgarten in Thüringen“ stellt eine Erweiterung des Projektes „Der wildinsekten- und bienenfreundliche Demonstrations- und Lehrgarten zur Landesgartenschau 2015 in Schmalkalden“ dar. Mit beiden Initiativen sensibilisiert der Förderverein Deutsches Bienenmuseum e.V. auf der einen Seite Besucherinnen und Besucher der Gartenschau, auf der anderen Schülerinnen und Schüler der Thüringer Grundschulen für den alarmierenden Rückgang der blütenbestäubenden Insekten in der freien Natur. Wie das Projekt zur Landgartenschau soll der Wettbewerb einen Beitrag leisten, um Gärten so naturnah zu gestalten, dass Wildinsekten dort Nahrung und Überlebensmöglichkeiten finden. Es ist bekannt, dass viele Gartenbesitzer in guter Absicht, aber aus Unkenntnis blühende Pflanzen pflegen, die durch Züchtung (Sterilitäten, nektar- und pollenlos, gefüllte Blüten) für Bienen und Wildinsekten keinerlei Nahrung mehr bieten. Ähnlich sieht es mit den Möglichkeiten für Unterschlupf und Eiablage aus. Hier soll ein Insektenhotel beispielhaft zeigen, dass auch hier leicht ein wertvoller Beitrag im eigenen Garten geleistet werden kann.

Der Wettbewerb verfolgt folgende Ziele
– Sensibilisierung für das Thema an möglichst vielen Grundschulen durch den Aufruf zur Beteiligung
– durch die Teilnahme am Wettbewerb intensive Beschäftigung mit dem Thema
– durch die Ermittlung der besten Schulgärten Vorbildwirkung für andere Schulgärten
– dauerhafte Projekte an Schulen in Kooperation mit den örtlichen Imker- und Umweltvereinen
– Umsetzung der Initiativen im häuslichen Umfeld der Schülerinnen und Schüler

Wettbewerbskriterien
1. Beteiligen können sich alle Schulen in Thüringen, die 2015 einen Schulgarten bewirtschaften.
2. Auf Grund der Problemstellung konzentriert sich der Wettbewerb auf Schulgärten, die durch eine gezielte Pflanzenauswahl vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten ausreichend Pollen und Nektar anbieten.
3. Eine bienen- und wildinsektenfreundliche Bewirtschaftung eines Schulgartens setzt außerdem voraus, dass während der gesamten Vegetationsperiode keine synthetischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.

Einzureichende Unterlagen
1. Bewerbungen zum Wettbewerb sind in Papierform in fünffacher Ausfertigung oder als PDF per Mail (fv-bienenmuseum@gmx.de)  einzureichen.
2. Die Bewerbung soll in einem Textteil von 3 – 5 Seiten (DIN-A4, 12er Schrift) die Grundsätze der Schulgartenbewirtschaftung an der Schule (Status quo und Visionen) beschreiben.
3. Ein als Anlage beigefügter Bildteil soll der Jury einen Eindruck zum Schulgarten vermitteln und bei der Auswahl der Kandidaten für die Vor-Ort-Begehung behilflich sein.
4. Die Unterlagen sind bis zum 20. September 2015 einzureichen bei -> der Projektschluss wurde um eine Woche (zum 27.09.2015) verlängert

Förderverein Deutsches Bienenmuseum e.V.
Ilmstr. 3
99425 Weimar

Wichtige Termine
Juni 2015: Versand des Wettbewerbsaufrufs und Promotion
20.09.15: Einsendeschluss für Bewerbungsunterlagen
bis 30.09.15: Vorauswahl der Kandidaten für die Endrunde (Vor-Ort-Begehung durch Fachjury)
bis 10.10.15: Entscheidung über die drei Preisträger
noch ohne Termin: Preisverleihung

 

 

 

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